Silgeser Imker
Silgeser Imker

Im Oktober 1937 wurden bei einer offiziellen Zählung in den Dörfern der heutigen Gemeinde Nüsttal 56 Imker mit insgesamt 224 Bienenvölkern aufgelistet. Die Silgeser Imker stellten dabei nach Mittelaschenbach den zahlenmäßig zweitgrößten Anteil mit 40 Völkern von 10 Imkern.

Im Nüsttal besteht bereits seit 1934 eine Imkervereinigung, die sich seit 1972 Imkerortsverein Nüsttal nennt und der sich die Silgeser Imker nach und nach anschlossen. Neben der Imkerei kümmert sich der Verein um Ausbildung und Dokumentation der Imkertätigkeit, so z.B. in Vorträgen und Kursen. Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989 wurden Kontakte zum Imkerverein Geisa aufgenommen und bei gegenseitigen Besuchen Erfahrungen ausgetauscht. Einschneidend war im Jahr 1991 die Ausbreitung der Varroamilbe, wodurch es für viele Imker zu großen Rückschlägen kam. Die Zahl der Bienenvölker im Verein ging von ca. 400 auf 100 zurück. Aber durch Behandlungsmaßnahmen konnte der Bestand nach und nach wieder auf zur Zeit 365 aufgebaut werden, wobei die Varroamilbe aber weiterhin eine große Schwierigkeit für den Imker darstellt und verantwortlich für einen stark schwankenden Bestand ist.

 

Aufbau eines Lehr-Bienenstandes

Mit dem Projekt Biene trifft Apfelbaum von ViO gemeinsam mit der Naturschutzorganisation EUROPARC Deutschland e.V. konnte sich Silges finanzielle Unterstützung für den Aufbau eines Lehr-Bienenstands und den Schutz von Insekten sichern. Neben dem Anlegen von Blühwiesen und des Einsatzes von insektenfreundlichen Straßenlaternen, wird am „Kindergartenwald“ ein Lehr-Bienenstand errichtet. Ziel ist es, dass Kinder schon früh den Kontakt zu den Bienen finden und für die Imkerei begeistert werden können.

Ein weiteres Ziel ist es, Menschen aus der Umgebung an das Thema Bienen heranzuführen und für die Imkerei zu begeistern. Um die Hemmschwelle etwas zu senken, wurden bereits Imker-Utensilien wie bspw. Beuten, Schleier, Handschuhe, Stockmeißel, Besen, etc. angeschafft, die Neu-Imkern zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wurde eine Schleuder angeschafft: der köstliche Honig will ja auch geerntet werden. Dadurch wird ein Anreiz geschaffen, mal ein Jahr Probe zu imkern, ohne teure Investitionen zum Einstieg zu tätigen. Nach einem Jahr können die Neu-Imker entscheiden, ob sie mit dem Imkern weiter machen möchten und die genutzten Gerätschaften abkaufen. Die Neu-Imker werden bei ihrer Arbeit von erfahrenen Imkern begleitet und unterstützt.

Neben den Bienenvölkern wird es an und um den Lehr-Bienenstand herum zahlreiche Informationen in Form von Schautafeln geben, die bspw. über die Entwicklungsphasen einer Biene und die Bestäubungsleistung Auskunft geben. Weiterhin wird es für Kinder eine „ungefährliche“ Beute geben, in der anstelle von echten Waben und Bienen bedruckte Rähmchen eingehängt sind, die das Leben in einem Bienenstock darstellen. Zusätzlich wird es einen Schaukasten geben, in dem man von außen in ein echtes, lebendes Bienenvolk schauen kann.

Wer Interesse an einem Jahr „Probeimkern“ hat, kann sich gerne an unseren lokalen Imkerberater Markus Lauer wenden.

Folgender Beitrag ist zum Projekt auf Osthessen-News erschienen: https://osthessen-news.de/n11589126/silges-im-nuesttal-moechte-vorreiterrolle-beim-naturschutz-einnehmen.html

 

Kontakt

Markus Lauer
Tel.: 06652 74190

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